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Pächter und Gaumer

?  -  1904                Meinrad Landwing, Gaumer

1904 - 1908            Gebrüder Merz Eierhals und Alois Nussbaumer

1909 - ?                  Eduard Weiss, Gaumer

?  -  1912                Alois Uttinger, Gaumer

1912 - 1926            Franz Xaver Iten, Restaurant Güterbahnhof Zug

1927 - 1931            Josef Nussbaumer, Rössli Neuägeri

1932 - 1935            Franz Flühler-Scherer, Gaumer Vordergeissboden

1936 - 1955            Walter Müller-Schwendimann Bahnhöfli Walchwil

1956 - 1967            Josef Baumann-Bürgler Euw Unterägeri

1968 - 1997            Hans Baumann-Schmidlin alte Landstrasse Unterägeri

1998 - heute           Ueli Baumann-Zumbühl Ennermattstrasse Unterägeri

Alplisage

Die Aegerer, in grosser Geldnot, baten die wohlhabenden Zuger um ein Darlehen.Nach vielem Wenn und Aber kam ein Vertrag zuschtande.

Die Aegerer sollten den Zugern für die geborgte Summe ein Alpli als Pfand überlassen.Bis zum Martinitag des fünften Jahres musste sie den Betrag zurückbezahlt haben, sonst war das Alpli für sie verloren.                       

Eine gute Ernte folgte der anderen;die Aegerer hatten die nötigen Taler am vereinbarten Tag beisammen und machten sich auf den Weg Richtung Zug.Doch die Zuger Ratsherren, denen es weniger an Geld denn an Land gebracht, sannen auf eine List.

Sie eilten den drei Mannen von Aegeri entgegen.Bei Allenwinden luden sie die Schuldner zu einem Becher Wein ein.Bald hörte man aus der Wirtsstube fröhliches Lachen und hellen Becherklang.Bei Sonnenuntergang mahnte der Säckelmeister mit schwerer Zunge zum Aufbruch und mit dem ersten Ton der Bettglocke erreichten die Aegerer den Kollinplatz."Ihr kommt zu spät", sagte der Zuger Ammann,"da hilft kein Betteln und Lamentieren!"Das Schicksal der Aegerer war besiegelt.In gewissen Nächten kann man den drei Mannen in ihren Amtstrachten noch heute begegnen und ihr fürchterliches Geheul hat schon manchem einsamen Wanderer den Schweiss auf die Stirne getrieben.

Alpli Chronik

Allein schon die Bezeichnung Zuger-Alpli deutet darauf hin,dass es sich dabei nicht um einen allseits klaren begriff handelt.Seit der Besiedlung des Raumes Zugerland haben die Bewohner die Nutzfläche stets erweitert und damit allmählich auch Hügel- und Bergland erschlossen.Oft herrschte ein friedliches Nebeneinander von Nutzern aus verschiedenen Orten.Diese Feststellung konnte man auch für das Gebiet Rossberg-Fruten machen. Durch die Zunahme der Bevölkerung seit dem 14. Jarhundert ergaben sich Abstimmungsprobleme, die darauf zurückzuführen waren, dass die Grenzlinien noch nicht überall rechtlich festgelegt worden waren. Im Gebiet Zugerber-Rossberg eskalierte im 15. Jarhundert der Streit um die Nutzung der Weiden in den Frutten. Diese waren von Bürgern aus Walchwil, Ägeri und Zug mit Vieh bestossen worden. Während der Anspruch der Stadt Zug auf die Alp Rossberg unwidersprochen blieb, wurde für die Regelung der Frutten ein Schiedsspruch nötig, weil sowohl Zug wie auch Ägeri Ansprüche geltend machten. Am 8. August 1491 entschied das Schiedsgericht mit Mehrheitsentscheid zu Gunsten der Stadt Zug. Die Lösung mochte die unterlegene Partei nicht vorbehaltlos akzeptieren was in der bekannten "Alplisage", die an anderer Stelle dargeschtellt ist, seinen Niederschlag gefunden hat. Der Besitzanspruch der Stadt Zug und ihrer Bürger blieb bis zum Untergang des Ancien Régime im Jahr 1798 erhalten. Die französische Besatzung setzte neben vielen anderen auch die Besitzrechte der alten Familien ausser Kraft. Nach der Konstiuierung des Kantons Zug mit 10 Gemeinden wurde das Gebiet Rossberg-Alpli wiederum der Stadt Zug zugeschlagen. Seit der 1895 erfolgten Güterausscheidung zwischen Bürger- und Korperationsgemeinde gehört das Gebiet unter der Bezeichnung "Rossberg-Alpli" zur Korperation Zug und bildet dort einen Bestandteil der Bergallmendverwaltung. Es ist anzunehmen, dass die bereits vorher erfolgte Bewirtschaftung des Gebietes unter der Regie der Korperation intensiviert wurde. Die Aussicht über das Vieh das von der Stadt her zur Sömmerung auf die Alp gebracht wurde, oblag dem Gaumer, der vom Verwaltungsrat der Korperation Zug eigesetzt wurde. Ähnliche Lösungen wurden auch für die Alplen Vorder- und Hintergeissboden sowie Brunegg entwickelt.

Am 27. Januar 1904 legter der Verwaltungsrat der Korperation Zug unter dem damaligen Präsidenten Alois Weiss die "Pachtbedingung für die Alp Rossberg" der Korperation Zug schriftlich fest. Die Alp Rossberg wurde im gleichen Jahr zur Verpachtung auf vier Jahre in die Steigerung abgegeben. Der künftige Pächter wurde darauf verpflichtet, die Alp nur mit Rindvieh der Braunviehrasse zu bestossen. Die Anzahl Tiere, die zur Sömmerung nach dem Alpli gebracht werden durften, sollte der Pächter mit der Bergallmendverwaltung festlegen. Dem Pächter oblag auch die Aufgabe, störrische Tiere von der Sömmerung auszuschliessen, um die Sicherheit der Passanten nicht zu gefährden. Die Vereinbahrung umfasste 22 Punkte, wobei sich der Verwaltungsrat im letzten Artikel vorbehielt, allenfalls den Zuschlag an einen der Meistbietenden zu vergeben. Den Zuschlag für die erste Pacht erhielten die Gebrüder Merz, Eierhals, und Alois Nussbaumer, Bühl alle aus Oberägeri.

Kaum hatte diese Pacht begonnen, brannte am 25. August 1904 das alte Gaumerhaus nieder, so dass eine Ersatzlösung getroffen werden musste. Die Bergallmenverwaltung teilte am 14. September 1904 dem Verwaltungsrat mit, es sei auf dem Alpli eine provisorische Schirmmhütte erstellt und gleichzeitig sei dem Bauunternehmern Fidel Keiser aus Zug und Zimmermeister Häusler der Auftrag zu einer Plan- und Kostenberechnung eines Neubaus in Auftrag gegeben worden. Einen Monat später folgte die Enttäuschung, als die Bergallmendverwaltung bekannt geben musste, dass die Pläne und Berechnungen von Keiser und Häusler nicht verwertet werden konnten. Der Rat beschloss diesen Auftrag direkt der Bergallmendverwaltung zu übertragen. Nachdem die Bergallmendverwaltung eine neue Plan- und Kostenberechnug erstellt hatte, ging der definitive Auftrag für den Neubau wiederum an Zimmermeister Häusler aus Unterägeri. Nach anfänglich gutem Bauvortschritt gerieten die Arbeiten ins stocken, so dass der Verwaltungsrat dem Unternehmer mit Konventionalstrafe drohte. Am 30. Juli 1905 wurde die neue Hütte eröffnet und die Bewirtschaftung aufgenommen. Mitpächter Alois Nussbaumer wurde in der Ratsitzung vom 23. August 1905 das Wohnrecht in der Neuen Hütte ebenso eingeräumt, wie das Recht während der Pachtdauer einen Wirtschaftsbetrieb zu führen. Hierfür hatte Nussbaumer eine Entschädigung von Jährlich 100 Franken zu entrichten.

Eine kuriose Situation ergab sich, als der ehemalige Bergallmendverwalter Eduard Weiss, ab Blasenberg 1909 dem Rat den Antrag stellte, ihm für "einige Jahre zu dem bestehenden Bedingungen" die Pacht im Alpli zu übertragen. Der Rat war jedoch nicht gewillt, den Regiebetrieb wieder aufzugeben und empfahl dem Antragsteller, die Stelle des Gaumers zu übernehmen, weil er als ehemaliger Bergallmendverwalter mit den Verhältnissen vertraut sei. In der Tat gab der Verwaltungsrat bei der Gaumerwahl der Kandidatur des ehemaligen Ratskolegen den Vorzug, der damit drei Mitbewerber ausstechen konnte. Weiss erhielt auch den Zuschlag zur führung der Wirtschaft und übernahm damit faktisch die Pacht der Alp Rossberg, nachdem die bisherigen Pächter keine Vertragserneuerung erhalten hatten.

Besten Dank an Dr. Christian Raschle, Archivar der Korporation Zug